Europäische Bürgerinitiativen

zum Schutze des Lebens und der Menschenwürde

 

Die Lust als Ziel des Lebens

Der Zustrom zu den Homo-Märschen in Köln und Berlin hat gezeigt, daß dieses Laster gesellschaftlich weitgehend anerkannt ist. Dabei verachtet seine Ausübung alles, was man an Heiligem mit dem Begriff „Familie“ verbindet. Von Pater Niklaus Pfluger.

 

Sozialismus folgerichtig, den Himmel auf Erden zu schaffen, ein Paradies „des Sichauslebens“ (Donoso Cortés).

 

Nicht mehr Gott wird als das Ziel des Lebens angestrebt, sondern die Lust. Auf den Homoparaden wird diese Lust-Religion förmlich zelebriert.

Die zweite Irrlehre ist die Leugnung der Erbsünde: Der Mensch ist an sich gut. Darum wird auch das Aufbegehren der menschlichen Leidenschaften gegen die Herrschaft und Zügelung des Verstandes und des Willens als etwas Natürliches gesehen.

Schließlich gelangt man bei der „Erlösung“ an, die der Sozialismus predigt: Das oberste Ziel des Sozialismus ist es, „eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Leidenschaften sich nach Lust frei und ungestört bewegen können“ – so der bekannte katholische Geschichtsphilosoph Donoso Cortés:

„Den Anfang hierzu macht der Sozialismus mit der Zertrümmerung der politischen, religiösen und gesellschaftlichen Instituitionen, die vorerst noch die Leidenschaft niederhalten…“

Es ist klar, daß es an erster Stelle die Institution der Ehe und Familie ist, die der Zügellosigkeit im Wege steht.

Doch Gottes Schöpfungsordnung kann man nicht unbestraft bekämpfen.

Dies scheint angesichts der demographischen Entwicklung langsam auch den Sozialisten zu dämmern.

Das deutsche Boulevardmagazin ‘Spiegel’ schreibt in seinem Onlinedienst anläßlich der Publikation des sog. 7. Familienberichts der Regierung: „Der neue Familienbericht der Regierung macht wenig Hoffnung: in keinem Land gibt es einen so geringen Geburtenwunsch wie in Deutschland …“ (SpiegelOnline am 25.4.06).

Ja, meine Damen und Herren vom linken Spektrum: eine späte Erkenntnis. Da lamentieren Sie nun, obwohl Sie und der ganze linke Presseblock in Deutschland seit Jahrzehnten eine massive Propaganda gegen die Ehe und gegen das Kind fahren.

Wir erinnern uns noch an Ihre verbissenen Kampagnen für den Feminismus, für die Abtreibung, für die Empfängnisverhütung, für die „alternativen Lebensformen“, für die Homosexualität, für die Pansexualisierung und für die Kondomisierung der Jugend.

Wer gedacht hat, die neue, „konservative“ Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), würde wieder die christliche Sicht der Familie stärken, sieht sich leider enttäuscht.

„Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit“ lautet der Titel des 7. Familienberichts der Bundesregierung, den sie Ende April, pünktlich zum Muttertag, in Berlin vorgestellt hat. Eine Kommission aus sieben Sachverständigen war angetreten, um Perspektiven für eine „lebenslaufbezogene Familienpolitik“ zu entwickeln.

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie ist zu lesen, daß von der Leyen sich durch diesen Zustandsbericht der Familie in Deutschland in ihrer Haltung bestärkt sieht, „daß die Familienpolitik sich an der Lebensrealität und den Wünschen der jungen Menschen orientieren müsse“.

Das bedeutet konkret eine Anerkennung der bestehenden revolutionären Situation, wonach bei einem Großteil der jungen Bevölkerung das berufliche Vorankommen, der Lebensstandard und der Lebensgenuß als wichtigere Lebensziele eingeordnet werden, als die Zeugung und Erziehung von Kindern – die Berufstätigkeit höher als die Ausübung der Mutterschaft.

Der Dienst an der Weitergabe und Erziehung des Lebens wird von der Mehrzahl der jungen Menschen nicht mehr als ein göttlicher Auftrag betrachtet.

An dieser antichristlichen „Lebensrealität“ soll sich also nun – nach von der Leyen – die Familienpolitik orientieren.

Damit akzeptiert man diese revolutionäre Situation nicht nur, sondern zementiert sie geradezu: Die Politik schafft die Rahmenbedingungen dafür, daß diese verkehrte „Lebensrealität“ fortbestehen kann.

Werbemaßnahmen

Warum nicht statt der altliberalen Kampagnen für Kondome, einmal – im selben Ausmaß – die Ehe und Mutterschaft bewerben?



Dabei wird – so das Bundesfamilienministerium – das Hauptaugenmerk, wie schon unter der SPD-Regierung, auf den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen sowie auf die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten gelegt.

Das nennt man dann ein kinderfreundliches Deutschland: Der gleiche Staat, der die Abtreibung von Kindern über die gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, übernimmt freundlicherweise auch gern die „Betreuung“ jener Kinder, die geboren werden durften.

Beides ist ein staatlicher Dienst an der „Lebensrealität und den Wünschen junger Menschen“, deren Religion und Lebensziel ein lustvolles Lebens ist.

Was wir brauchen, ist nicht eine Familienpolitik, die sich „an der Lebensrealität und den Wünschen der jungen Menschen“ orientiert, sondern an dem Naturrecht, an dem christlichem Menschenbild, an dem Willen Gottes.

Dazu braucht es eine Umkehr des revolutionären Prozesses, den wir vor allem den Sozialisten „verdanken“.

„Die mütterliche Hand, die die Wiege bewegt, bewegt die Welt“ – sagt der französische Schriftsteller Leon Bloy († 1917).

Was wir brauchen, ist eine radikale Veränderung der öffentlichen Einstellung zur Ehe und Familie, zur Mutterschaft und zum Kind. Es bedarf wieder einer echten Wertschätzung und eines wirksamen Schutzes der naturrechtlichen Ordnung.

Warum – so möchte man die Familienministerin fragen – ersetzt man nicht die schon x-Jahre alte, widerliche Plakatkampagne in allen deutschen Städten, die zum Gebrauch von Kondomen ermuntert, durch eine Kampagne im selben Ausmaß, die zur Wertschätzung der ehelichen Treue und der mütterlichen Erziehungsaufgabe aufruft?!

Dem Christentum geht es wesentlich darum, die „Lebensrealität“ zu verändern, nicht darum, sich ihr anzupassen oder sich sogar an ihr „zu orientieren“.

Das muß der christlich-demokratischen Union wieder bewußt werden.

Gerechterweise muß noch hinzugefügt werden: auch den Hirten der Kirche.

 

 

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